Foto: Julian Koncoš
Weiterführende Schulen
Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen befinden sich in einer Phase intensiver körperlicher, emotionaler und sozialer Veränderungen. Sie entwickeln ein stärkeres Bewusstsein für die eigene Identität, hinterfragen Rollen und suchen nach Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Gedanken und Gefühle. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Anerkennung und Mitbestimmung, während Unsicherheiten, Leistungsdruck und unterschiedliche Entwicklungsstände den Schulalltag prägen.
Für die theaterpädagogische Arbeit bedeutet das, Räume zu schaffen, in denen Jugendliche ernst genommen werden und sich ausprobieren können. Pädagogische Herausforderungen bestehen darin, mit Gruppendynamiken, Schamgrenzen und unterschiedlichen Motivationen umzugehen sowie Vertrauen aufzubauen. Theater eröffnet hier wertvolle Lernfelder: Es stärkt Selbstwirksamkeit, fördert Reflexion und Kommunikation und bietet die Möglichkeit, gesellschaftliche Themen kreativ zu verhandeln und eigene Perspektiven sichtbar zu machen. Es ermöglicht auch die Stärkung sozialer Fähigkeiten und führt zu Lernerfarungen im Bereich prozessorientierter Gruppenarbeiten.
Angebote für Jugendliche:
Formate
- Workshops
- Projektwochen
- Impulsbegleitung bei eigenen Inszenierungen
- Projekte
- Jugendclub
- Theaterbesuch mit Vor- und Nachbereitung
- Mobile Theaterangebote
- Präventionsprojekte
- Theaterführungen mit Blick hinter die Kulissen
- Vorbereitung für die Schauspielschule
Spielformen
- Improvisation
- Musiktheater
- Forumtheater
- Physical
- Tanztheater
- Akrobatik
Zielgruppen
- Schulklassen, AGs
- Theatergruppen
- Einzelcoaching
- Vereine
Beispielworkshops:
-
Kennenlernen – neu in der Klasse, neu im Miteinander
Ob beim Übergang auf eine weiterführende Schule, nach der Neuzusammensetzung einer Klasse oder als neuer Impuls für eine bestehende Klassengemeinschaft: Theaterpädagogische Spielformen ermöglichen Jugendlichen, sich auf ungewohnte und spielerische Weise zu begegnen.
Durch Bewegung, Wahrnehmungsübungen, gemeinsames Spiel und kleine Improvisationen entdecken die Schülerinnen neue Seiten an sich und ihren Mitschülerinnen. Sie lernen, einander bewusster wahrzunehmen, aufeinander zu reagieren und sich als Teil der Gemeinschaft einzubringen.
Der Workshop stärkt das Selbst- und Gruppengefühl, fördert Offenheit und unterstützt ein respektvolles Miteinander. Davon kann auch der Schulalltag profitieren, denn eine gute Klassengemeinschaft entsteht dort, wo sich ihre Mitglieder gesehen, sicher und zugehörig fühlen.
Das Angebot eignet sich ebenso für Klassen, die bereits länger zusammen sind. Spielerische Rollen- und Perspektivwechsel können verfestigte Strukturen auflockern und neue Begegnungen innerhalb der Gruppe ermöglichen.
-
Im Workshop wird gemeinsam Theater gespielt und mit viel Freude gearbeitet. Dabei geht es um typische Vorstellungen darüber, wie Mädchen und Jungen angeblich sein sollen – und darum, diese zu hinterfragen.
Durch Spiele, Bewegung und kreative Übungen werden verschiedene Rollen ausprobiert. In kleinen Gruppen entstehen eigene kurze Szenen, in denen Ideen entwickelt und neue Perspektiven gezeigt werden können.
Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und genau darin eine Stärke liegt.
-
Im ersten Teil des Workshops steht die spielerische Förderung zentraler Soft Skills wie Konzentration, Wahrnehmung, Achtsamkeit und Teamgeist im Fokus. Ergänzend werden Körper und Stimme durch kreative Übungen aktiviert und gestärkt.
Im zweiten Teil entwickeln die Teilnehmenden eigene kurze Theaterszenen zu Themen, die ihre Klasse aktuell bewegen. So entsteht ein direkter Bezug zu ihrer Lebenswelt und ein Raum für Ausdruck, Reflexion und Austausch.
Der Workshop arbeitet bewusst mit einfachen, praxisnahen Methoden, die sich ohne großen Aufwand in den Schulalltag integrieren lassen. Die Freude am Spiel schafft dabei einen motivierenden Zugang, der sowohl die individuelle Entwicklung als auch das soziale Miteinander in der Gruppe fördert.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Vermittlung: Das Konzept ist so aufgebaut, dass Lehrkräfte und Multiplikator*innen die theaterpädagogischen Ansätze eigenständig weiterführen und langfristig in ihren Unterricht bzw. ihre pädagogische Praxis integrieren können.
-
Jede Klasse ist gewissermaßen auch ein Team, in dem jeder seine Position hat. Sind die Stürmer da wichtiger als das Mittelfeld? Welche Ziele verfolgt unser Team eigentlich? Jeder trägt seinen Teil der Verantwortung, damit das Team bestmöglich funktioniert. Dafür ist Selbstbewusstsein wichtig. Denn was kann ich für einen Beitrag leisten in einer Gemeinschaft, in der ich mich unwohl fühle? Gleichzeitig sind aber auch die anderen mit ihren Bedürfnissen da. Mit den Mitteln des Theaters und der Theaterpädagogik arbeiten wir gemeinsam an der Stärkung von persönlichen und sozialen Kompetenzen und damit an der nachhaltigen Verbesserung des Klassenklimas.
-
Wie kriege ich es hin, dass alle hören, was ich zu sagen habe?
Ob auf der Theaterbühne, vor einer Gruppe oder einfach nur in der Klasse: Wichtig ist, dass dasGesprochene auch in der letzten Reihe verstanden wird. Dazu braucht es - neben der richtigen Sprechtechnik, auch, oder vielleicht vor allem - eine gehörige Portion Mut und Selbstbewusstsein!
-
Wie sehen wir die Dinge, die uns umgeben und wie gehen wir mit ihnen um? Dieser und anderen Fragen stellen wir uns in diesem Workshopformat. Es geht darum, uns mit dem Alltäglichen auseinander zu setzen und neue Perspektiven zu gewinnen, zu experimentieren und unsere Umwelt nach unseren Vorstellung veränderbar zu machen. In verschiedenen Übungen werden alltägliche Objekte und Gegenstände ganz neu und offen betrachtet und spielerisch zum Leben erweckt.
-
Jeder Ort erzählt eine Geschichte – man muss ihm nur zuhören.
In diesem Workshop machen wir genau das:
Wir erkunden einen Raum mit allen Sinnen, sehen, hören und riechen ihn, und verwandeln ihn dann Schritt für Schritt in eine Bühne. Über Impro-Spiele, Standbilder und Assoziationen entstehen Figuren, Konflikte und schließlich eine ganze Geschichte, die die Kinder und Jugendlichen selbst erzählen. Ohne Textbuch, ohne Vorkenntnisse – nur mit Neugier und Fantasie. -
Der zeitgenössische Zirkus ist wohl eine der aufregendsten und kreativsten Spielformen, die es aktuell zu sehen gibt. Diesen kreativen Geist möchten wir in unserem Workshop mit auf die Bühne bringen. Dabei verbinden wir artistische Darbietung mit theatralen Erzählformen und bringen so die Themen der Teilnehmenden auf die Bühne.
Die Lernziele umfassen den kreativen Ausdruck, Trainings für die körperlichen Grundlagen und die verschiedenen Zirkustechniken, aber Methoden des darstellenden Spiels. Innerhalb des Lernprozesses sollen diese Aspekte nahtlos ineinander übergehen und so den Blick erweitern, wie scheinbar strikt getrennte Sicht- und Arbeitsweisen in Verbindung treten können und so etwas ganz Neues entstehen kann.
-
„Tanz ist die verborgene Sprache der Seele“, sagt Martha Graham. In unserem Tanztheater Workshop versuchen wir uns dieser Sprache zu bedienen und so den Teilnehmenden einen persönlichen Ausdruck ihres Inneren zu ermöglichen. Es werden dabei die individuellen körperlichen Potentiale der Teilnehmenden genutzt. So treten sie in Kontakt mit Rhythmus, Klang und vor allem sich selbst. Die eigene kreative Schaffenskraft und der persönliche Prozess stehen im Vordergrund. Mal durch Choreographien, mal durch Improvisation, alleine oder in der Gruppe, begleitet durch Texte, durch Musik oder auch in Stille lernen die Teilnehmenden vom ersten Schritt bis zur getanzten Geschichte den Tanz auf der Bühne kennen.
Die individuellen Trainings- und Wissensstände der Teilnehmenden werden mit einbezogen und Neueinsteiger*innen werden ebenso wie Fortgeschrittene unterstützt.